Hilde Bruch

Hilde Bruch wuchs als drittes Kind mit vier Brüdern und zwei Schwestern auf. Ihre Eltern, Hirsch Bruch (* 1865 in Brüggen, † 1920 in Dülken)[1] und Adele geborene Rath (* 1876 Kempen, † 1943 in New York), besaßen ein Viehhandelsgeschäft in Dülken, Süchtelnerstraße.

1923 legte Hilde Bruch in Mönchengladbach an der „Staatlichen Studienanstalt der Mädchen“ ihr Abitur ab. Sie hatte den Wunsch, Mathematikerin zu werden. Ihr Onkel David Rath, Arzt in Düsseldorf, überzeugte sie jedoch, dass die Medizin bessere Karrieremöglichkeiten für eine jüdische Frau bot. Sie studierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, wo sie 1929 mit dem Doktor in Medizin abschloss. Aufgrund des aufkommenden Antisemitismus in der Universität gab sie ihre akademische Laufbahn auf und wechselte von Oktober 1932 bis Juni 1933 in eine Privatpraxis in Ratingen.

Im Sommer 1933 floh sie nach England. Nach einem Jahresaufenthalt in London emigrierte sie in die USA.

Hilde Bruch galt auch als brillante und kreative Psychotherapeutin. In ihrem Buch Grundzüge der Psychotherapie lieferte sie eine genaue und fundierte Beschreibung des intensiven interpersonalen psychotherapeutischen Prozesses, wie er erstmals von Alfred Adler praktiziert und dann von ihren Lehrern Sullivan und Fromm-Reichmann und ihr selbst in der Praxis weiterentwickelt wurde.