Viersen

Viersen liegt am linken Niederrhein. Seine Siedlungsstruktur ist bis zur Industrialisierung weit gestreut. Ein Schwerpunkt bildet zunächst die Textilindustrie. 1913 schreibt F.W. Lohmann in seiner “Geschichte der Stadt Viersen":

“Von den neueren Fabriken sind besonders bedeutend die großen Kaffeeröstereien der Firma Kaiser`s Kaffeegeschäft (…) Die frühere Einseitigkeit der Industrie hat einer Mannigfaltigkeit Platz gemacht (…) Zur Zeit sind in gewerblichen Betrieben annähernd 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, während die Zahl der selbständigen Handwerker an 500 beträgt.”

F.W. Lohmann: “Geschichte der Stadt Viersen”, S. 858f.

Im Januar 1933 wird Viersen das Zentrum des neuen Kreises Viersen-Kempen. 1933 hat die Stadt 33.597 Einwohner.

Zentrums-Politiker Oberbürgermeister Peter Gilles
Zentrums-Politiker Oberbürgermeister Peter Gilles

Die Weltwirtschaftskrise und ihre Folgen

Mit der Weltwirtschaftskrise erstarkt der Nationalsozialismus in Viersen: 1933 ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) mit 38 Prozent bei der Wahl der Stadtverordneten vertreten. Im März 1933 wählen 31 Prozent der wahlberechtigten Viersener die NSDAP bei der Reichstagswahl.

1933 regiert in Viersen der Zentrums-Politiker Oberbürgermeister Peter Gilles, der von der NSDAP als “Gegner” eingestuft und deswegen im August des gleichen Jahres in den Ruhestand versetzt wird. NSDAP-Mitglied Heinz Gebauer tritt seine Nachfolge an, bis er 1936 zum Oberbügermeister von Rheydt ernannt wird. Bis 1945 regiert Werner Koch (Mitglied der NSDAP und SA) in Viersen als Oberbürgermeister.

Im Zuge der Gleichschaltung etablieren sich die Nationalsozialisten in allen Bereichen des Lebens und sind bis zum Ende des II. Weltkrieges an der Macht. Im Februar 1945 wird Viersen bei zwei Luftangriffen getroffen. Am 1. März 1945 nehmen US-Soldaten Viersen ein.

NSDAP-Bürgermeister Heinz Gebauer
NSDAP-Bürgermeister Heinz Gebauer
NSDAP-Bürgermeister Werner Koch
NSDAP-Bürgermeister Werner Koch

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